Schon hier konnte man sehen, dass alle Produkte der Weiterverarbeitung einen Nutzen haben, so wird der Raps zu Öl verarbeitet, der sogenannte „Rapskuchen“, also die Überreste, werden in der eigenen Biogas-Anlage weiterverwertet.
Anschließend ging es in den Stall, in dem wir lautstark von den zahlreichen Kühen, die gerade ihr Futter bekommen hatten, in Empfang genommen wurden. Hier wurde der Unterschied zwischen Heu und Stroh geklärt, wobei Frau Wolfrum auf das immer größer werdenden Problem von Müllresten im Heu berichtete und an alle appellierte, Müll ordentlich zu entsorgen, um die Tiere zu schützen. Auch der Melkroboter wurde von ihr detailliert erklärt und natürlich durfte dieser auch „in action“ betrachtet werden. Alle waren von den präzisen Abläufen fasziniert und auch davon, dass die Kühe den Weg in die Melkbox jederzeit freiwillig antreten können. Natürlich durften die Kinder die Kühe auch selbst füttern und ein besonderes Highlight waren die jungen Kälbchen, die sich sehr über die vielen Streicheleinheiten freuten.
Die Frage, warum denn im Boden der Ställe solche Rillen seien, wurde von Frau Wolfrum genutzt, um zur Biogas-Anlage überzuleiten. Die anfallende Gülle wird unterirdisch durch Rohre in einen großen, 8 Meter tiefen Behälter geleitet, wo „pupsende“ Bakterien bei 42 °C Methangas produzieren, welches dann in der Biogas-Anlage gespeichert wird. Von dort aus wird dieses Gas wiederum in unterirdischen Rohren zum Stromhaus geleitet, wo das Gas zwei große Motoren antreibt, die Elektrizität erzeugen. So wird von der Familie Wolfrum Strom für 600 Haushalte in Hof bereitgestellt.
Ein Teil der gewonnenen Energie wird ins Wärmehaus geleitet, wo in einem riesigen Wassertank Wasser auf 80 °C erhitzt wird, das abermals in unterirdischen Rohren zu den Firmen Wilo und Motor Nützel geleitet wird, um dort den gesamten Wärmebedarf zu decken. Das Wasser kommt dann mit 60 °C wieder zurück zum Hof, wo es wiederum erhitzt wird. Für den Fall, dass einmal nicht genügend Energie vorhanden sein sollte, gibt es seit Kurzem eine Hackschnitzel-Anlage, die zwei Hackschnitzel-Öfen versorgt, die jederzeit zugeschaltet werden können. Besonders interessant ist, dass die Firma Wilo ihre Holzpaletten, die sonst durch eine Auftragsfirma in Berlin entsorgt werden mussten, nun an die Familie Wolfrum gibt, die diese in ihrer Hackschnitzel-Anlage zur Energiegewinnung nutzen. Alles in allem ein nachhaltiger und effizienter Kreislauf.
Wir bedanken uns herzliche bei der Familie Wolfrum für den informativen und spannenden Vormittag, der gezeigt hat, dass nachhaltiges Arbeiten ganz in unserer Nähe innovativ und effektiv umgesetzt wird.
N.Kaese








